Marktquartier
Kategorie: Standortförderung und Leerstand Einwohnerzahl: Bundesland: Jahr der Umsetzung: Projektvolumen: |
Warum Best Practice?
- Ganzheitliche Quartiersentwicklung: Die Transformation des Marktquartiers koppelt die privat initiierte Entwicklung zentraler Immobilien, darunter des leerstehenden Hertie-Warenhauses, mit der öffentlichen Sanierung des Marktplatzes.
- Erfolgreiches Zusammenspiel privater und öffentlicher Investitionen: Die Revitalisierung des Gesamtstandortes als Gemeinschaftsaufgabe zeigt, wie private Projektentwicklung, kommunale Marktplatzsanierung und öffentliche Fördermittel wirkungsvoll ineinandergreifen.
- Multifunktionale Innenstadt: Durch verbesserte Aufenthaltsqualität und eine hohe Nutzungsvielfalt aus Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie, Büroflächen und Wohnen entstand ein lebendiges Quartier, das über klassische Geschäftszeiten hinaus Frequenz erzeugt.
Zielstellung
Was wollen wir erreichen?
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Städtebauliche Attraktivierung unter Berücksichtigung örtlicher stadtstruktureller Gegebenheiten und moderner Anforderungen an Handel, Verweilen und Wohnen
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Stärkung eines multifunktionalen Stadtgefüges zur Realisierung des Zielleitbilds der „Europäischen Stadt“
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Konsolidierung von Partnerschaften
Projektbeschreibung
Was ist unser Projekt? Worum geht es?
Beim Marktquartier in Höxter handelt es sich um eine Quartiersentwicklung, die die städtebauliche und funktionale Aufwertung des zentralen Marktplatzes in Höxter und ihrer umliegenden Immobilien zum Ziel hat und als Dekaden-Projekt im Rahmen mehrerer Bauabschnitte umgesetzt wurde: Ausgangspunkt war im Jahr 2015 der Umbau des lange leerstehenden Hertie-Warenhauses zum Markt1 (Bauabschnitt 1). Entstanden ist ein modernes Geschäftshaus direkt am zentralen Marktplatz, das auf einer Gesamtmietfläche von ca. 4.500 m² neuen Raum für Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe bietet. Der Marktplatz wurde infolge dessen von städtischer Seite und unter Einbeziehung öffentlicher Fördermittel umfangreich neugestaltet (Bauabschnitt 2). Es folgte die immobilienwirtschaftliche Entwicklung der gesamten Südkante des Marktplatzes durch die Kombination der Errichtung eines mischgenutzten Neubaus (Bauabschnitt 4) und dem Umbau und der energetischen Sanierung mehrerer angrenzender gewerblich genutzter Bestandsimmobilien (Bauabschnitte 3 und 5). Hierdurch konnten weitere ca. 3.000m² Einzelhandels- und Büroflächen geschaffen werden sowie erstmals ca. 1.000m² Wohnfläche in zentralster Lage.
Das Ergebnis des „Masterplans“ ist eine klare räumliche Fassung des Marktplatzes durch neue Platzkanten, verbunden mit einer gleichzeitigen Öffnung des Raumes für die bessere Einsehbarkeit der Ladenflächen. Er hat nicht nur zu einer deutlichen städtebaulichen Aufwertung und Wiederbelebung des zentralen Marktquartiers geführt, sondern über die funktionale Anreicherung in der Innenstadt, zu einer Stärkung des Wirtschafts- und Lebensstandorts Höxter insgesamt geführt.
Die umsetzende Fokus Development AG fungierte nicht nur als Projektentwickler und Investor, sondern ist als langfristiger Bestandshalter eng und nachhaltig ins örtliche Wirtschaftsgeschehen eingebunden.
Projekt-Fahrplan
Wie sind wir vorgegangen?
Die heutige Innenstadt Höxters ist das Ergebnis einer umfassenden Entwicklung und Transformation in der Nachkriegszeit. Mit der Schließung des „Hertie-Warenhauses“ im Jahr 2009 kamen jegliche Umgestaltungsinitiativen zunächst zum Stillstand. In den Jahren 2013/14 zeigte sich die Ausgangslage als ein unaufgeräumter, diffuser Raum, geprägt durch Vor- und Rücksprünge in der marktumsäumenden Gebäudeflucht, einer schlechten Einsehbarkeit der Ladenlokale und eine veraltete Architektursprache.
Im Rahmen eines Dekaden-Projekts wurden fünf Bausteine der Transformation aus einer Kombination von privaten und öffentlichen Investitionen umgesetzt.
Bauabschnitt 1: Umbau des ehem. Hertie-Warenhauses
- Novenber 2011: Satzungsbeschluss Bebauungsplan (Stadt Höxter)
- November 2014: Einreichung Bauantrag
- März-November 2015: Bauzeit
Bauabschnitt 2: Marktplatzsanierung, öffentliche Maßnahme
- Mai-September 2015 (parallel zu Baustein 1)
Bauabschnitt 3: Umbau und Neuvermietung Marktstraße 4
- Januar 2017: Baugenehmigung
- Sommer 2019: Eröffnung
Bauabschnitt 4: Neubau Am Markt 2-4
- Januar 2016 – Feb 2017: Bebauungsplan
- November 2017: Baugenehmigung
- Herbst 2019: Eröffnung
Bauabschnitt 5: Erweiterung und energetische Sanierung Am Markt 6
- Oktober 2025: Baugenehmigung
- August 2026: Fertigstellung
Partnerschaften
Wer war mit im Boot?
Fokus Development AG, Stadtverwaltung, Einzelhandel, Gastronomie, Gewerbeunternehmen, Vereine, Immobilieneigentümer, Bürgerschaft
Konkret:
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Fokus Development AG (Projektentwickler, Investor der Bauabschnitte 1, 3-5)
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Stadtverwaltung (Marktplatzsanierung, Bauabschnitt 2)
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Inter-institutionelle Kooperation des Projektentwicklers mit maßnahmenübergreifender Einbeziehung der öffentlichen Hand (mit allen relevanten Fachabteilungen, Bauamt, Wirtschaftsförderung, Denkmalamt,…) sowie der Geschäftswelt (örtliche Händlerschaft, Baubetriebe, etc.) und Zivilgesellschaft (Nachbarn und Interessierte). Die Partnerschaft bleibt über die langfristige Bestandshaltung der Fokus AG aufrechterhalten.
Aufwände
Finanziell:
- Privates Investitionsvolumen der Fokus Development AG (Bauabschnitte 1, 3-5): ca. 21,2 Mio. € netto.
- Die Realisierung aller Bauabschnitte erfolgte über eine klassische Projekt- und Baufinanzierung. Die Bauabschnitte 3 und 4 erhielten für die besondere Fassadenaufwertung die Gewährung eines öffentlichen Zuschusses (= Maßnahme der Profilierung und Standortaufwertung nach den Förderrichtlinien Stadterneuerung 2008 durch das Land NRW) in Höhe von ca. 40.000 € brutto. Für die energetische Sanierung des Bauabschnitts 5 sind KfW-Mittel für die Erreichung des Standards KfW 70-EE beantragt.
- Öffentliches Investitionsvolumen (Bauabschnitt 2): ca. 1,1 Mio. € brutto (Eigenanteil ca. 330.000 € brutto) zuwendungsfähige Gesamtkosten für die Rahmenplanung und bauliche Umgestaltung des Marktplatzes im Rahmen des Programms „Stadterneuerung – Sanierungsgebiet Historischer Stadtkern
Gut zu wissen
Unsere Tipps für Nachahmer
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Projektentwicklung ist als Gemeinschaftsaufgabe zu verstehen. Die frühzeitige Einbindung insbesondere örtlicher Akteure aus Verwaltung und Zivilgesellschaft ist für den Erfolg entscheidend. Der regelmäßige Austausch und die Kontaktpflege, auch von „Randakteuren“, ist sehr wichtig, da sich diese als nützliche Multiplikatoren erweisen.