Bremen: Pöks

Kategorie:

Standortförderung und Leerstand

Erlebnis- und Lebensraum

Einwohnerzahl: 565.000
Bundesland: Bremen
Jahr der Umsetzung: seit 2021
Projektvolumen: mehr als 100.000 Euro

Warum Best Practice?

  • Erfolgsmodell: stetig steigende Wahrnehmung des Kinderspielparadies
  • Imagesteigerung: Stärkung der Innenstadt und Positionierung Bremens als familienfreundlicher Wohnort
  • Gelungene Zielgruppenansprache: positive Resonanz und Angebotsnutzung durch Familien

Zielstellung

Was wollen wir erreichen?

  • Verbesserung der familienfreundlichen Innenstadt
  • Förderung der Kreativität von Kindern durch z.B. kostenlosen Musik- und Bastelworkshops
  • Stärkung der innenstädtischen Lage durch die Bespielung von einem Leerstand
  • Stärkung des Einzelhandels durch die Möglichkeit für Erziehungsberechtigte entspannt einkaufen zu gehen

    Projektbeschreibung

    Was ist unser Projekt? Worum geht es?

    Das Pöks ist ein kostenlose Kinderbetreuungsangebot in der Bremer Innenstadt und lädt junge Familien ein, die Innenstadt zu besuchen. Als Zwischennutzungsprojekt befindet sich das Pöks in einer zuvor leerstehenden Ladeneinzelhandelsfläche.

    Während die Eltern Einkaufen gehen oder weitere Angebote in der Innenstadt nutzen, können sie ihre Kinder bis zu zwei Stunden, maximal zweimal die Woche, kostenfrei im Pöks abgeben. Hier werden die Kinder beim freien Spiel betreut. Es gibt für die Vier- bis Zehnjährigen auf mehr als 150m² einiges zu entdecken: Kletterwand, Hüpfburg, Kicker, Maltisch oder Leseecke – für jeden „Pöks“ ist etwas dabei. Ergänzt wird das Programm durch täglich wechselnde Zusatzangebote, wie der Musikwerkstatt der Bremer Philharmoniker oder Mal- und Kreativworkshops durch Kunstpädagog*innen, die einen zusätzlichen Mehrwert bieten. Für die Kurse müssen die Kinder vorab angemeldet werden, ansonsten können die Kinder auch spontan abgegeben werden. In der Regel sind zwei Betreuer*innen sowie die jeweilige Workshopleitung für bis zu 20 Kindern vor Ort. Das Pöks ist mittwochs bis samstags geöffnet und sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit Auto gut zu erreichen.

    Als kostenlose Kinderbetreuungsangebot stärkt das Pöks die Innenstadt und lädt zum entspannten Genießen & Spielen für Eltern und Kinder ein. Somit leistet es auch einen wichtigen Beitrag, Bremen als familienfreundliche Stadt zu positionieren.

    Projekt-Fahrplan

    Wie sind wir vorgegangen?

    • Frühling 2020: Vorschlag im Rahmen des Aktionsprogrammes Innenstadt
    • September 2020: Projektzusage
    • ab September 2020: Konzeption und Vorbereitung (6 Monate kalkuliert), davon: ca. 3 Monate Konzeption, Naming, Akquise von Partnern, Akquise der Immobilie und ca. 3 Monate Umsetzung/ Ausbau
    • Juni 2021: Eröffnung (aufgrund von Corona von April auf Juni verschoben)
    • Bis Ende 2022: Finanzierung im Rahmen des Aktionsprogramms Innenstadt/ Zukunftsfonds Innenstadt
    • ab 1. Januar 2023: Fortführung im Rahmen des Programms Restart Innenstadt-Wirtschaft

    Partnerschaften

    Wer war mit im Boot?

    Stadtverwaltung; Einzelhandel; Immobilieneigentümer; Bürgerschaft;

    Aufwände

    Finanziell:

    Die Fördermittel liegen 2023 bei 170.000€, das ergibt 100% der Gesamtkosten. Die Kosten lassen sich wie folgt aufschlüsseln:

    Für Miete, Reparaturen, Nebenkosten und Verbrauchsmaterialien für die Workshops:

    • Miete: 56.000€ (33%)
    • Bewirtschaftungskosten: 25.000€ (14,7%)
    • Büroausgaben: 1.000€ (0,6%)
    • Projektbezogene Sach- und Mietkosten: 9.500€ (5,6%)

    Für Personal der CityInitiative Bremen Werbung e.V., Pädagog*innen/Betreuer*innen und Dienstleistungen der Bremer Philharmoniker:

    • Vergütungen: 38.000€ (22,4%)
    • Sozialabgaben: 3.500€ (2%)
    • Dienstleistungen: 21.500€ (12,6%)

    Öffentlichkeitsarbeit: 15.500€ (9%) für Anzeigen, Spots, Flyer und ähnlichem.

    Personell:

    In der Vorbereitungsphase sind bei der CityInitiative Bremen Werbung e.V. ca. 25 Wochenarbeitsstunden angefallen, im laufenden Betrieb ca. 5-10 Wochenstunden. Es wurden Betreuer*innen bei der CityInitiative als Werkstudent*innen oder projektbezogen eingestellt. Wichtige Partner in der Planung waren u.a. das Möbelhaus Ikea, das sowohl als Sponsor für Einrichtungsgegenstände, als auch in der Beratung für die Umsetzung einer Kinderbetreuung (dank deren Erfahrung des Ikea Smaland) den Projektverantwortlichen an der Seite stand. In der Durchführung wurde eine Kooperation mit den Bremer Philharmonikern eingegangen, die den Kindern Musik näherbringen.

    Gut zu wissen

    Unsere Tipps für Nachahmer

    • Gefährdungsbeurteilung der Immobilie durch ein zertifiziertes Unternehmen: Gerade im Umgang mit Kindern war diese Beurteilung und Eignung der Immobile besonders wichtig. Es wurden neben den Flucht- und Rettungswegen, Feuerlöschern und Hinweisschildern, vor allem Absturz- und Kantensicherungen sowie teile der Spielgeräte auf Grundlage der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) mit den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) sowie die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) geprüft.
    • Begrenzung der Aufenthaltsdauer: Die Begrenzung war wichtig, da die Einrichtung nicht als Ersatz zu einer KiTa gesehen werden wollte, sondern als ein zusätzliches zeitlich begrenztes Betreuungsangebot für den Aufenthalt in der Innenstadt. Diese Begrenzung der Aufenthaltsdauer hat sich auch im Hinblick auf die maximale Anzahl der Kinder und die dadurch entstehenden Wechsel bewehrt.