Lünen: Revitalisierung der Kaufhausimmobilie Hertie

Kategorie(n):

Stadtgestaltung und Immobilien

Standortförderung und Leerstand

Erlebnis- und Lebensraum

Einwohnerzahl: 89.700
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Jahr der Umsetzung: 2017
Projektvolumen: mehr als 100.000 €

Warum Best Practice?

  • Vorbild: Handlungsbewusstsein und strategische Vorgehensweise der Stadtverwaltung Lünen, von der Durchführung verschiedener Ideenwerkstätten über eine temporäre Zwischennutzung bis hin zum Verkauf und der Konzepterarbeitung.
  • Mehrfache Auszeichnungen, großer Imagegewinn für Lünen und den Bauverein
  • Einbindung in integrierte Handlungskonzepte: „Perspektive Innenstadt“ mit der Zielsetzung, Zukunftskonzepte für Kaufhausstandorte zu finden; Masterplan Einzelhandel mit dem Ziel, integrierte Lagen zu stärken und den Einzelhandel in der Innenstadt zu konzentrieren

Zielstellung

Was wollen wir erreichen?

  • Beseitigung des städtebaulichen Missstandes einer leerstehenden Kaufhausimmobilie
  • Stärkung der Innenstadt durch eine lebendige, mischgenutzte neue Mitte
  • Neues urbanes und barrierefreies Wohnen

Projektbeschreibung

as ist unser Projekt? Worum geht es?

Die ehemaligen Kaufhausimmobilie Hertie wurde im Rahmen einer erfolgreichen Lüner Innenstadtentwicklung revitalisiert. Wichtig von Beginn an, war die Erkenntnis, dass eine Veränderung nur mit einer Gesamtstrategie für die Innenstadtentwicklung nachhaltig erfolgreich sein kann. Die Zukunft des leerstehenden Gebäudes wurde in einer Expertenwerkstatt durch die Stadt Lünen mit verschiedenen Akteuren erarbeitet. Hierbei wurden verschiedene Nutzungsvarianten von Umbau über Abriss mit verschiedenen potentiellen Investoren geprüft. Aufgrund der vorteilhaften Gebäudekonstruktion wurde sich für einen Umbau im Bestand entschieden. Der finale Entwurf umfasste die Idee einer mischgenutzten Immobilie.

Nachdem der Bauverein die Immobilie zu einem marktgängigen Preis erwerben konnte, wurde mit dem Rückbau bis zum Rohbauzustand begonnen. Durch einen Einschnitt in der Mittelachse des Gebäudes konnte eine günstige Belichtungssituation sowie eine attraktive Dachterrasse geschaffen werden. Parallel zum Immobilienumbau wurde das öffentliche Umfeld ansprechend gestaltet.

Mit der Fertigstellung 2017 verfügte das neu gestaltete Gebäude über ein Sportfachgeschäft, zwei Gastronomiebetriebe, zwei Arztpraxen, eine Bank sowie über rund 20 barrierefreie, hochwertige Mietwohnungen.

Projekt-Fahrplan

Wie sind wir vorgegangen?

  • 2009 Schließung und Leerstand des 1969 eröffneten Hertie-Kaufhaus mit zuletzt rund 7.500 Quadratmetern Verkaufsfläche
  • 2009-2013 Entwicklung eines Revitalisierungskonzeptes des Bauvereins in Zusammenarbeit mit der Stadt Lünen.
    • Wichtige Schritte hierbei: Expertenwerkstatt, Entwicklung von Nutzungsvarianten, Investorenbrief und -gespräche, kontinuierliche Einbindung der Politik, mehrere Fachgutachten, Prüfung von Fördermöglichkeiten
    • Ergebnis: Konzept spricht sich gegen eine Folgenutzung als reine Gewerbeimmobilie und gegen ein „introvertiertes“ Shoppingcenter aus
  • 2013 Im September Immobilienerwerb durch den Bauverein, zügiges Baurecht durch die Stadt
  • 2014 Anfang des Jahres Start der Umbauarbeiten und Aufwertung des öffentlichen Umfelds
  • 2017 Fertigstellung des Umbaus: Im April endet die Revitalisierung nach knapp vier Jahren Bauzeit mit einem offiziellen Stadtumbaufest am verkaufsoffenen Sonntag; Ende des Jahres letzter Einzug und angrenzende Marktplatzfertigstellung)

Partnerschaften

Wer war mit im Boot?

Stadtverwaltung; Immobilieneigentümer

Konkret: Städt. Oberbaurätin Astrid Linn, Stadt Lünen; Geschäftsleitung Andreas Zaremba, Bauverein zu Lünen (Vorstand Friedhelm Deuter bereits im Ruhestand); Architektur UDING PROJEKTMANAGEMENT, Lünen (Christian Christensen)

Aufwände

Finanzen:

Die Investition des Bauvereins Lünen lag bei ca. 14 Millionen Euro.

Personal:

Städtische Initiierungs- und Moderationsphase sowie Begleitung über fünf Jahre mit durchschnittlich ca. 10 % einer Vollzeitstelle, in intensiven Phasen 40 % einer Vollzeitstelle
Bauliche Umsetzung mit Projektsteuerung ca. eine halbe Vollzeitstelle (Beauftragung durch Bauverein)

Gut zu wissen

Unsere Tipps für Nachahmer

  • Rahmensetzung: Integriertes Entwicklungskonzept für die Innenstadt maßgebend
  • Voraussetzung: Immobilienspezifische Kriterien müssen für einen Bestandsumbau stimmen
  • Wichtigster Schlüssel zum Erfolg: Zusammenwirken von Investitionen im öffentlichen Raum und Immobilieninvestitionen
  • Frühzeitige Analyse des Bedarfs an Wohn- und Gewerbeflächen
  • Marktgängiger Ankaufspreis der Immobilie erforderlich
  • Homogene Argumentationslinie in Investorengesprächen
  • Investoren und Verwaltung müssen von Anfang an partnerschaftlich zusammenarbeiten und –denken.
  • Auf langjährige erfolgreiche Kooperation mit Locals setzen und durch externes Expertenwissen ergänzen
  • Mischgenutzte Konzepte werden zur langfristigen Absicherung der großen Immobilien immer wichtiger

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