Siegen – Zu neuen Ufern

Kategorie:

Standortförderung und Leerstand

Erlebnis- und Lebensraum

Stadtgestaltung und Immobilien

Einwohnerzahl: 105.000
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Jahr der Umsetzung: 2012
Projektvolumen: mehr als 100.000 €

Warum Best Practice?

  • Baumaßnahmen als Katalysator: die Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und die Inwertsetzung des Sieg-Ufers bewirken steigende Besucherzahlen und Betriebsumsätze
  • Standortprofilierung: langfristiger Imagegewinn infolge der Informations- und Marketingstrategie
  • Strategische Einbindung: „Siegen – Zu neuen Ufern“ schafft in Verbindung mit den nachfolgenden Stadterneuerungsprojekten „Siegen. Wissen verbindet“ und „Rund um den Siegberg“ eine umfassende Attraktivierung der Stadt als Lebens- und Wirtschaftsraum

Zielstellung

Was wollen wir erreichen?

  • Entwicklung von einem autogerechten Oberzentrum zu einer Stadt mit Aufenthaltsqualität und Anziehungspotenzial für den weitläufig umgebenden Raum

  • Erhalt und Weiterentwicklung der multifunktionalen Innenstadt in Zeiten des Strukturwandels nach dem Vorbild der „europäischen Stadt“
  • Umfassender Imagewandel und Förderung privater Investitionen bzw. Initiativen

Projektbeschreibung

Was ist unser Projekt? Worum geht es?

Das Stadtentwicklungs-Konzept „Siegen – Zu neuen Ufern“ zielt darauf ab, das negative Image und das verbaute Erscheinungsbild der Siegener Innenstadt aufzubrechen, um den Bürger*innen einen neuen Identifikationsort mit ihrer Stadt zu bieten. Dies gelang mit einem Bündel aus städtebaulichen Umbaumaßnahmen, die von einer Informations- und Marketingstrategie begleitet wurden.

Das Großprojekt wurde von 2012 bis 2017 realisiert. Das aktive Stadtumbaumanagement rund um den Fluss Sieg, der Rückbau der als Parkplatz genutzten ‚Siegplatte sowie Renaturierungsmaßnahmen schafften völlig neue Rahmenbedingungen. Die begleitende Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligungsformate stellten in ihrer Breite, Dauer und Vielfalt ein absolutes Novum für Siegen da.

Von den Umsetzungen profitiert die Stadt bis heute. Die Attraktivierung des Stadtzentrums bietet große Vorteile für die dortigen Vermieter, Händler und Gastronomen, die sich unter anderem durch einen gesteigerten Umsatz zeigen. Zudem bildet die für 2023 geplante Neuschaffung einer innerstädtischen, öffentliche Grünfläche den Abschluss des erfolgreichen Projektes.

Projekt-Fahrplan

Wie sind wir vorgegangen?

„Siegen – Zu neuen Ufern“ wurde im Rahmen des Strukturförderprogramms „REGIONALE 2013“ in einem kurzen Zeitraum umgesetzt, was einerseits an der hohen Förderquote der tief- und wasserbaulichen Maßnahmen lag, aber auch an dem gebündelten Ressourceneinsatz der mitwirkenden Akteure, welcher durch den REGIONALE-Prozess ermöglicht, aber auch eingefordert wurde.

2009 wurde ein europaweiter Wettbewerb für Landschaftsarchitekten ausgelobt, an dem sich zwölf renommierte Büros beteiligten und Ideen für das Siegener Stadtzentrum lieferten. Durch eine Jury wurde der Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft Loidl/BPR ausgewählt.

2010 wurde der Beschluss zum „Integrierten Handlungskonzept Innenstadt“ gefasst.

Ende 2011 startete die Informations- und Marketingkampagne. Die „Baustellenzeitung“ verfolgte den Baufortschritt mit fünf Ausgaben von 2011 bis 2015. Zusätzlich werden seit April 2012 aktuelle Informationen auf der projektbegleitenden Website www.siegen-zu-neuen-ufern.de in die Öffentlichkeit getragen.

Die konkrete Umsetzung der Maßnahmen zog sich in 9 Bauphasen über einen Zeitraum von 5 Jahren:

    • April bis Oktober 2012: Abriss der Siegplatte (ehem. Parkplatz), Verlegung Abwasserkanal
    • Oktober 2012 bis Dezember 2013: Neubau des Straßenabschnittes Kölner Tor/Sandstraße zwischen Bahnhofstraße und Hindenburgstraße; Sanierung der Stadtmauer unterhalb des Kutschenwegs; Umbau des Kunstwegs entlang des Siegufers
    • März 2013 bis Juni 2015: Gründungsarbeiten an der neuen Oberstadtbrücke, die Auskragung des Kunstwegs erhielt ihren massiven Unterbau. Die Verbindung zwischen Unter- und Oberstadt war in 8 Monaten hergestellt.
    • April 2013 bis November 2014: Sanierung der Stadtmauer im Bereich der Kölner Straße; Umgestaltung des unteren Teils der Kölner Straße: neuer Belag, Sitzbänke, Fahrradständer und Mülleimer.
    • November 2013 bis Juli 2015: Abriss und Neubau der Siegbrücke
    • Juli 2014 bis Juli 2015: Renaturierung des Flussbetts der Sieg; Neuerrichtung der Ufermauer; Einrichtung einer 100m langen Treppenanlage als Zugang zum Fluss
    • Frühjahr 2015 bis Sommer 2016: Neubau der Fußgängerzone Bahnhofstraße und Brüder-Busch-Straße: neuer Belag, Begrünung, Aufenthaltsinseln mit Stadtmöbeln, Leitungsarbeiten
    • Juni 2015 bis Herbst 2016: Abriss und Neubau der Apollobrücke
    • August 2015 bis Herbst 2016: zweiter Bauabschnitt der Neugestaltung des oberen Teils der Kölner Straße

2016 wurde mit einem „Brückenfest“ der Abschluss der weitreichenden Neugestaltung des öffentlichen Raums gefeiert.

2023 findet das Projekt seinen Abschluss in der Neuschaffung einer innerstädtischen Grünfläche in räumlicher Nähe zur renaturierten Sieg. Der „Herrengarten“ soll einen weiteren identifikationsstiftenden Ort bilden und die Siegener Bevölkerung mit ihrer Stadt verbinden.

Durch die Folgeprojekte “Rund um den Siegberg” und “Siegen. Wissen verbindet” werden die gesetzten Impulse erfolgreich fortgesetzt.

Die Informations- und Marketingstrategie begleitet bis heute die Entwicklung der Stadt. Die Baustellenrundgänge von Bürgermeister und Stadtbaurat, werden als (thematische) Quartierrundgänge nach wie vor unregelmäßig durchgeführt. Auch die Homepage wird weiterhin bewusst online gehalten. In den Sozialen Medien der Stadt Siegen (Facebook, Instagram) ist Siegen zu neuen Ufern immer wieder ein Motiv.

Partnerschaften

Wer war mit im Boot?

Stadtverwaltung; Einzelhandel; Dienstleistungsunternehmen; Immobilieneigentümer; Bürgerschaft

Konkret:

    • Planerische, künstlerische Leitung durch das Atelier Loidl Landschaftsarchitekten
    • technische Ausführungsleitung durch das Ingenieurbüro BPR Dr. Schäpertöns Consult
    • kommunale Fachabteilungen (Tiefbau, Straßenplanung, Grünflächenamt und Umweltamt)
    • Fördergeber der Stadterneuerungsmittel (Bund, Land und Bezirksregierung)
    • Entscheidungsgremien (u.a. LWL Münster, Obere Wasserbehörde der Bez.-Reg. Arnsberg)
    • Immobilien- und Standortgemeinschaft Oberstadt e.V.; Gesellschaft für Stadtmarketing Siegen e.V.

Aufwände

Finanziell:
Kostenrahmen für den Stadtumbau im öffentlichen Raum: 23 Mio. Euro

Das Projekt Siegen zu neuen Ufern wurde im Bereich Städtebau mit 80% und im Bereich Wasserwirtschaft mit 90% gefördert.

Personell:
Die Umsetzung des Projektes „Siegen – Zu neuen Ufern“ hat für den ca. fünfjährigen Umsetzungszeitraum eine Vollzeitstelle in der Projektleitung gebunden sowie die Vergabe von Planungsleistungen (Leistungsphase 1 bis 9 HOAI) an ein externes Planungsbüro erfordert.

Gut zu wissen

Unsere Tipps für Nachahmer

Die gute Öffentlichkeitsarbeit und die offensive Kommunikation waren sehr hilfreich bei der Akzeptanzschaffung für den Rückbau der innerstädtischen Stellplätze, aber auch während der langen Baustellenphase bei Einzelhandel, Gastronomie und Bürgerschaft. Dazu zählten das Feiern von erreichten Zwischenzielen (Freigabe fertiggestellter Straßen oder Wiedereröffnung neugebauter Brücken) und regelmäßige öffentliche Baustellenführungen durch den Bürgermeister und den Stadtbaurat. Der Kontakt mit den Gewerbetreibenden im Arbeitskreis Baustellenmarketing sowie regelmäßige Informationen der Bevölkerung im Arbeitskreis Innenstadt waren weitere Elemente der Öffentlichkeitsarbeit. Genauso erfolgreich war die „offene Baustelle“. Dies bedeutet, dass das Baugeschehen immer für die Öffentlichkeit sichtbar gewesen ist, solange aus Sicherheitsgründen keine Absperrung erforderlich war. Auch wurde darauf geachtete, dass die Zugänge zu den Geschäften jederzeit erreicht werden konnten.

Das gesamte Projekt wurde von einem politisch besetzten Arbeitskreis begleitet. Hier wurden alle den Bauprozess begleitenden Entscheidungen (Bemusterung, Zeitplanung, Kostenentwicklung etc.) mit den Fachplanern besprochen und Entscheidungsempfehlungen ausgesprochen.

Kontakt

Universitätsstadt Siegen

Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW

Siegener Gesellschaft zur Förderung der Altstadt mbH

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