Wittlich: alwin – aktives Leerstandsmanagement Wittlicher Innenstadt

Kategorie:

Standortförderung und Leerstand

Marketing und Kommunikation

Organisation und Zusammenhalt

Events, Belebung und Frequenz

Einwohnerzahl: 19.900
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Jahr der Umsetzung: 2016
Projektvolumen: bis 50.000 €

Warum Best Practice?

  • Erfolgsmodell: Umsetzung 10 temporärer Pop-Up Konzepte auf drei verschiedenen, leerstehenden Flächen. Ansiedlung von 11 Geschäften mit Hilfe der Moderation durch alwin direkt und alwin genial.
  • Strategische Einbindung: alwin existiert seit 2016 als Maßnahme aus dem Innenstadtentwicklungskonzept Wittlich und wird seither durch weitere Bausteine ergänzt

Zielstellung

Was wollen wir erreichen?

  • Förderung von Neuansiedlungen innovativer und nachhaltiger Geschäfte aus den Bereichen Handel, Handwerk, Kreativwirtschaft und Gastronomie in der Altstadt Wittlichs
  • Reduzierung der innerstädtischen Leerstände
  • Belebung der Innenstadt und Frequenzsteigerung

Projektbeschreibung

Was ist unser Projekt? Worum geht es?

Die Gemeinschaftsinitiative alwin steht für „Aktives Leerstandsmanagement Wittlicher INnenstadt“. Sie fördert die nachhaltige Neuansiedlung innovativer Konzepte aus den Bereichen Handel, Handwerk, Kreativwirtschaft und Gastronomie und belebt auf diesem Weg innerstädtische Leerstände. Ein flexibles Bausteinsystem unterstützt potenzielle Ladenbetreiber entsprechend ihrer Bedürfnisse:

  • alwin experte: Experten stehen Interessenten als Fachberater zur Seite. Alwin pflegt den Kontakt zu Eigentümern und moderiert das Gespräch mit potenziellen Mietern.
  • alwin genial: alwin vermittelt Ladenflächen, die von den Eigentümern mindestens 1,5 Jahre zu günstigen Konditionen angeboten werden. Im ersten halben Jahr zahlt der Mieter nur die Nebenkosten, danach eine festgelegte Staffelmiete.
  • alwin direkt: Ladenbetreiber und Eigentümer schließen einen Mietvertrag direkt miteinander. Alwin experten stehen zur Vermittlung / Mediation zur Seite.
  • alwin pop-up: für eine Dauer zwischen 1-12 Wochen kann eine Ladenfläche am Pariser Platz für 75 Euro pro Woche gemietet werden.

Seit erfolgreichem Start dieser Bausteine im Jahr 2016/17 wurde alwin kontinuierlich weiterentwickelt. Das anfänglich als zentrale Anlaufstelle eingerichtete „alwin infostudio“ wurde aufgrund geringer Nachfrage durch ein „mobiles infostudio“ im öffentlichen Raum ersetzt, das von einer Marketingkampagne begleitet wurde. Hinzugekommen ist auch der regelmäßige „alwin stammtisch“, der sich an interessierte Bürger*innen, Existenzgründer*innen und Eigentümer*innen richtet.

2019 wurde der Genussmarkt initiiert, der am Samstag im Stadtkern frische regionale Lebensmittel anbietet und Synergieeffekte durch (Kunden-)Frequenzsteigerung im Einzelhandel erzeugen soll.

Projekt-Fahrplan

Wie sind wir vorgegangen?

  • November 2015: Beginn regelmäßiger Treffen der Projektgruppe „Leerstandslotsen“, bestehend aus Mitgliedern des Vereins Stadtmarketing-Wittlich e.V. und der Stadtverwaltung mit dem Ziel, gemeinsam der Leerstandssituation entgegenzuwirken. Hieraus entstand die Idee zu alwin, die in einer einjährigen Konzeptions- und Planungsphase ausgearbeitet wurde.
  • Oktober 2016: alwin infostudio wird in einer gemeinsam (gemeinnützig) genutzten Immobilie in der Altstadt eingerichtet
  • Oktober 2016: alwin wird mit den Bausteinen „experte“, „genial“ und „direkt“ der Öffentlichkeit vorgestellt.
  • Februar 2017: Erweiterung um den Baustein „alwin pop-up“
  • März 2017: erste Pop-Up Konzepte werden umgesetzt: Der Männerladen (6 Wochen), Fashion Trendstore (8 Wochen), Casa do mondo (4 Wochen), bagels&beer (5 Tage)
  • 2018: Die meisten Interessenten melden sich per E-Mail und Telefon. Das „Ladenlokal“, mit alwin infostudio (mittwochs 12-14 Uhr) wird persönlich kaum besucht. In einer Seitenstraße gelegen, wird das Projekt in der Räumlichkeit nur bedingt von der Bevölkerung wahrgenommen. Daher entwickelt die Projektgruppe im Juni 2018 das Format „im Dialog“: Die Projektleitung bringt alwin auf die Terrassen der Innenstadt. Werbematerialien im alwin Markenauftritt (Tischaufsteller, Bierdeckel etc.) schaffen Neugier und Wiedererkennung, alwin ist präsent und diverse Menschen informieren sich, man kommt beim „mobilen infostudio“, mittwochs von 12-14 Uhr ins Gespräch. Die gleiche Intention wird mit dem neuen alwin stammtisch verfolgt, der beginnend im August 2018 an jedem ersten Donnerstag im Monat von 18 Uhr bis 20 Uhr stattfindet. Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgt über Soziale Medien, Webseite und das Amtsblättchen.
  • 2019: im alwin stammtisch entsteht die Idee für den Genussmarkt. Er wurde 2019 erfolgreich durchgeführt. Abstimmung und Planung oblag der Projektgruppe Leerstandslotsen. Die Durchführung und Bewerbung wurde vom Fachbereich Wirtschaftsförderung und dem Stadtmarketing übernommen. Ab 2020 konnte der Genussmarkt coronabedingt nicht mehr zugelassen werden, da u.a. das Verkosten von verschiedenen Produkten in der Öffentlichkeit untersagt war.
  • Seit Anfang 2020: Aufgrund von Corona und anderen Projekten werden aktuell keine „alwin pop-up“ oder „genial“ Konzepte umgesetzt, befinden sich jedoch in Planung für den Sommer 2021. Alle Maßnahmen sollen nach Ende der Corona-Beschränkungen wieder aufgenommen werden. Aktuell liegen Anfragen für ein „pop-up“ sowie ein „genial“ Konzept vor.

Partnerschaften

Wer war mit im Boot?

Stadtverwaltung; Einzelhandel; Vereine; Kammern und Verbände; Immobilieneigentümer

Konkret:

Stadtverwaltung Wittlich; Sparkasse Eifel Mosel Hunsrück; Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank; IHK Trier; HWK Trier; Wirtschaftskreis Bernkastel-Wittlich e.V. und Verein Stadtmarketing Wittlich e.V.

Aufwände

Finanzen: Investive Kosten, für die Erstellung eines einheitlichen Corporate Design oder die Erstellung von Werbematerialien konnten einmalig mit einem Fördersatz von bis zu 75 % durch das landesweite Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ gefördert werden. Die Kosten von ca. 3.100 Euro für die Erstellung und Vorstellung der „Marke“ alwin hat eine Agentur übernommen. Alle anderen Kosten werden von der Stadtverwaltung getragen.  

Personal: Bis zur Umsetzung verging knapp ein Jahr mit Planungen und Vorbereitungen. Da keine weitere Stelle geschaffen wurde, wurde die Arbeit der Projektleitung aus dem Budget der Wirtschaftsförderung getragen.

Gut zu wissen

Unsere Tipps für Nachahmer

  • Die Intensivierung des Leerflächenmanagements wurde als mittelfristig umzusetzende Maßnahme aus dem Integrierten Innenstadtentwicklungskonzept projektiert. Als Basis des Konzeptes wurden im Vorfeld u.a. die kernstädtische bauliche Struktur, die Eigentumsverhältnisse, sowie der Bestand der Immobilien von der Stadtverwaltung abgefragt und dokumentiert. Dabei wurden auch einige Immobilien durch geförderte Beratungsgutscheine von einem freien Architektenpool objektiv bewertet. Diese vorausgehende Analyse half im Anschluss bei einer erfolgreichen persönlichen und sensiblen Ansprache der Eigentümer*innen, um Leerstände zu beseitigen.
  • Der Baustein alwin pop-up war anfänglich für eine Dauer von maximal vier Wochen konzipiert. Nachträglich haben die alwin experten dies aber auf eine Dauer von bis zu 12 Wochen adaptiert, da temporäre Konzepte in Klein-, bzw. Mittelstädten wie Wittlich länger brauchen, um von der Bevölkerung wahrgenommen zu werden.
  • Da für ein erfolgreiches Leerstandsmanagement sehr viel Zeit investiert werden muss und dauerhaftes persönliches Engagement von Nöten ist, empfehlen wir nach Möglichkeit, eine befristete Stelle zusätzlich zu schaffen.

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