Marburg: Geocaching-Route
Kategorie: Erlebnis- und Lebensraum Einwohnerzahl: Bundesland: Jahr der Umsetzung: Projektvolumen: |
Warum Best Practice?
- Vorreiter: erste Stadt in Deutschland, in der die versteckten Rätsel einer Geocaching-Route durch Innenstadt und Geschäfte führen.
- Gelungene Zielgruppenansprache: das beliebte Freizeitformat wird gezielt zur Stärkung des stationären Einzelhandels und fürs überregionale Stadtmarketing eingesetzt. Die Rätseltour ist zugleich für Einheimische als auch für Geocaching-Fans und Tourist*innen ein Impuls Marburg zu besuchen. Das Teilen des Rätselspaß auf Sozialen Medien und die Kooperation mit einem internationalen, auf Geocaching spezialisierten Influencer, stärkt die touristische Strahlkraft mit messbarem Mehrwert für Handel, Gastronomie und Hotellerie.
Zielstellung
Was wollen wir erreichen?
- Die Marburger Innenstadt auf neue Art und Weise – nämlich digital – für Bürger*innen, Tagesbesucher*innen oder Tourist*innen beleben.
- Den Handel in der Marburger Innenstadt stärken, indem die meisten Geocaches der Route in den Schaufenstern des Handels entdeckt werden können.
- Den Tourismus nach Marburg fördern: Geocaching ist international bekannt und ermöglicht es eine neue Zielgruppe zu erschließen, Extra-Besucher und zusätzliche Übernachtungen zu generieren (ab 8 Geocaches wird i. d. R. eine Übernachtung von Besuchern eingeplant).
Projektbeschreibung
Was ist unser Projekt? Worum geht es?
Die Universitätsstadt Marburg integriert eine Geocaching-Route in den stationären Einzelhandel. Seit April 2025 können Schatzsucher*innen über eine App oder mit einem GPS-Gerät den Hinweisen in der Oberstadt nachgehen – und dabei auf ganz besondere Art zugleich den vielfältigen Einzelhandel näher kennenlernen.
Üblicherweise sind die zu findenden Caches in Wäldern oder entlang von Wanderrouten versteckt. Marburg lädt zu neuen Wegen ein: einer hochwertigen Rätseltour mitten in der Innenstadt. Die Geocaching-Route in Marburg führt Abenteurer*innen durch die charmanten Gassen der Oberstadt, vorbei an historischen Fassaden und in einen einzigartigen Gewölbekeller sowie zum vielfältigen Einzelhandel. Die Rätseltour umfasst aktuell zehn Geocaches und eine Bonusstation. Jedes Versteck hält ein kleines Rätsel bereit, das die Teilnehmer*innen lösen müssen, um zur nächsten Station zu gelangen. Die modulare Struktur macht die Umsetzung transparent und nachhaltig: Die Route kann jederzeit erweitert werden.
Die enge Einbindung des Einzelhandels erfolgte freiwillig und stieß auf große Resonanz. Hochwertige Geocaching-Routen sind wirtschaftlich attraktiv – ein Gewinn für Hotellerie und Gastronomie. Und: die Schatzsucher*innen zeigen oftmals in den sozialen Netzwerken ihre Touren. Das kann Marburg eine weltweite Sichtbarkeit bringen. Tourist*innen suchen nach einzigartigen Erlebnissen – und genau das bietet diese neue Geocaching-Route
Projekt-Fahrplan
Wie sind wir vorgegangen?
- Ab September 2023: Kennenlernen der Georouten von der Agentur Geheimpunkt auf der Deutschen Stadtmarketingbörse in Mannheim
- Dezember 2023: zwei-tägige Vortour mit der Agentur Geheimpunkt in Marburg
- Jan-März 2024 Vorbereitung Magistratsbeschluss
- März 2024: Angebot erhalten durch GeheimPunkt
- April 2024: Ideenauswahl für die Caches
- Mai-Juni 2024: Ausschreibung der Ideen an die Geschäfte
- Juli-August 2024: Verteilung der Caches und konkretere Absprachen mit den Teilnehmenden (Handel)
- 02.09.2024: Magistratsbeschluss zur Förderung des Geocaching-Angebots
- September 2024 – März 2025: technische Umsetzung der Caches mit verschiedenen Absprachen
- 3. April 2025: Eröffnung der Geocaching-Route durch einen Presserundgang mit dem Oberbürgermeister
- 14.05.2025: erste Auswertung der Geocaching-Route (OBERSTADT: Teilnehmende Accounts 74; geschätzte tatsächliche Personen 111) (Café Pause: Teilnehmende Accounts 49, geschätzte tatsächliche Personen 74)
- 02.09.2025: Kooperation mit internationalem Influencer „geochachingvlogger“
- 16.10.2025: Podcast „Warum Innenstadt?“ über Geocaching Marburg mit Nadine Kümmel (Folge 40: https://warum-innenstadt.de/)
- 29.10.2025: Auswertung der Beiträge von „geochachingvlogger“: 112 Tsd. Aufrufe auf Instagram (3.500 weitergeleitet), 729 Aufrufe des 1. Youtube-Videos, 638 Aufrufe des 2. Youtube Videos
- 02.02.2026: weitere Auswertung (Oberstadt: Teilnehmende Accoutns 360; geschätzte tatsächliche Personen 540), (Café Pause: Teilnehmende Accounts 207, geschätzte tatsächliche Personen 310)
Partnerschaften
Wer war mit im Boot?
Stadtverwaltung, Einzelhandel, Hotellerie/Gastronomie, Sonstiges:
Konkret:
- Quartiersmanagement der Marburger Oberstadt (Projektsteuerung); Agentur Geheimpunkt (Umsetzung der Geocaching-Route)
- Kooperationspartner: Universitätsstadt Marburg (insbesondere Pressestelle, Wirtschaftsförderung, Gebäudewirtschaft und Tiefbau); Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH; Stadtmarketing Marburg e.V.
- Teilnehmende: Einbindung von Einzelhändler*innen und ein Café in die Route.
Aufwände
Finanziell:
-
Die Kosten für die Caches, Anfahrt und Montage sowie nur einmalig zu zahlende Lizenzgebühren beliefen sich auf 32.760 Euro. Sie wurde vom Quartiersmanagement der Oberstadt getragen.
Personell:
- Während des Projekts war die Quartiersmanagerin und einer der Werkstudierenden für die Umsetzung des Projektes zuständig. Bei der Auswahl und Entwicklung der Geocaches über einen Zeitraum von 18 Monaten betrug die Arbeitszeit durchschnittlich 4 Wochenstunden. 4 Wochen vor Projektstart betrug die durchschnittliche Arbeitszeit 8 Wochenstunden. Hier gab es intensivere Absprachen mit der Agentur und den Händler*innen und einige technische Hürden zu überwinden (Stromversorgung, Austausch eines nicht funktionierenden Cache u.ä.).
Gut zu wissen
Unsere Tipps für Nachahmer
- Es war zielführend eine Vortour mit der beauftragten Agentur zu machen, um bestmögliche Geocaching-Ideen für den Einzelhandel und auf Marburg abgestimmt zu entwickeln. In diese Tour waren mehreren Akteuren*innen eingebunden: Stadtmarketing Marketing e.V., Marburg Stadt und Tourismus GmbH, Gästeführer und Kollegen vom Denkmalschutz.
- Durch einen Magistratsbeschluss wurde das Projekt von der Politik mitgetragen.
- Im Sinne der Gleichbehandlung wurden die Geocaching-Ideen an alle Einzelhändler*innen und Gastronom*innen der Oberstadt herangetragen und die Interessierten konnten sich einen Geocache aussuchen. Im zweiten Schritt wurden einzelne Geschäfte für noch freigebliebene Cache-Ideen gezielt zur Teilnahme angesprochen, und konnten hierzu überzeugt werden.
- Die Caches sind so aufbereitet, dass sie entweder durch die Schaufenster geschützt oder außerhalb der Schaufenster so gestaltet sind, dass diese nicht kaputt gehen können. Ansonsten müsste man mit Instandhaltungskosten rechnen, z.B. wegen Witterung, Vandalismus.